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Deniz Herkert: Fühlst du dich eigentlich mehr deutsch oder mehr türkisch?

Es gibt wohl kaum eine Frage die einem Deutsch-Türken oder Deutschtürken häufiger gestellt wird als diese. Bis heute wurde sie mir persönlich meistens von Leuten gestellt, die entweder wissen wollten ob ich mich zu Deutschland dazugehörig fühle, nicht wussten, was sie mit mir reden sollten oder herausfinden wollten, zu welchem Grad ich in Deutschland integriert bin.

 

By the way: Ich verstehe bis heute nicht, wie man sich in die deutsche Gesellschaft integrieren soll. Schließlich ist die deutsche Gesellschaft selbst in sich nicht homogen (wenn Sie sich davon überzeugen wollen, dann fahren Sie doch einmal nach Berlin und unterstellen den Menschen vor Ort, die Berliner hätten exakt die gleichen Auffassungen und Einstellungen wie die Schwaben – also auch die Kehrwoche. Vermutlich werden Sie sich nicht allzu viele Freunde machen.) Sich in der immer wieder öffentlich geforderten Form in die deutsche Gesellschaft zu integrieren ist also nicht nur für Migranten schwierig, sondern verleugnet auch die bestehende Vielfalt Deutschlands, die unser Land erst richtig interessant macht. Daher muss sich aus meiner Sicht niemand in irgendetwas integrieren, wir müssen vielmehr einerseits soziale Probleme diskutieren und andererseits einen Dialog darüber führen, wie wir als aktive und engagierte Bürger dieses Landes unser Land bestmöglich und gemeinsam voranbringen können.

Aber zurück zu meinem eigentlichen Thema: Die Frage „Fühlst du dich eher deutsch oder eher türkisch?“ fordert aus meiner Sicht dazu auf, ein Ganzes in zwei Teile zu teilen und sich dann zwischen diesen zu entscheiden. Das ist jedoch nicht möglich. Schließlich sind wir Deutsch-Türken mit beiden Welten aufgewachsen und werden diese auch nicht einfach ablegen können. Deutsch-Türken sind rational-temperamentvoll, reflektiert-überstürzt und geordnet-chaotisch. Dies mag auf den ersten Blick paradox klingen, ist es aber nicht. In dem von Urs Fuhrer und Haci-Halil Uslucan herausgegebenen Buch „Familie, Akkulturation und Erziehung – Migrantenkinder zwischen Eigen- und Fremdkultur“ beschreibt letzterer, wie Migrantenkinder eine Art flexible Identität besitzen, die in der Lage ist, „,in vielen Traditionen zu Hause zu sein’ und ein flexibles Selbst zu entwickeln, das unterschiedlichen normativen Anforderungen gerecht werden kann“. Bikulturell aufgewachsene Menschen seien dabei in der Lage, ihre kulturelle Perspektive zu wechseln und je nach Situation und Kontext ein unabhängiges jedoch von beiden kulturellen Einflüssen geprägtes Selbst zu zeigen.

Diese flexiblen Identitäten sind aus meiner Sicht eben nicht eher deutsch oder eher türkisch, sondern deutsch-türkisch, ich würde sie sogar deutschtürkisch nennen. Denn selbst der Bindestrich suggeriert eine gewisse Trennung dieser beiden Seiten. Der Kabarettist Fatih Çevikkollu gab ein Interview für Mirza Odabasis Projekt „Zwischenkultur“ (welches sich mit einer ähnlichen Thematik beschäftigt wie diese Kolumne) und hielt fest: „Die Frage bist du Türke oder Deutscher kann nicht beantwortet werden. Und ich finde auch, die Frage zu stellen ist rassistisch. Weil, die Frage führt ja dann zu einer Entscheidung: Bist du grün oder blau“. Auch wenn ich selbst diese Frage nicht als rassistisch bezeichnen würde, so finde ich sie dennoch schwierig.

Denn: Zählt am Ende des Tages, ob man eine starke und dadurch interessante Identität besitzt, die einem auf dem Weg durch das ohnehin nicht einfache Leben hilft? Ja, das zählt. Zählt dabei ob man sich mehr deutsch oder türkisch fühlt? Nicht wirklich.

zum Artikel im MiGAZIN

 
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